Unterricht fast wie in Finnland
Erziehung – Martin-Buber-Schule informiert beim Tag der offenen Tür über ihr Lern- und Betreuungsprogramm
Eingeladen waren Eltern, deren Kinder zurzeit die vierte Klasse einer Grundschule besuchen. Nach turnerischen Vorführungen in der Sporthalle der MBS wurden die Viertklässler in kleinen Gruppen von Schülern durch die Schule geführt und konnten bei Vorführungen mit ihren künftigen Fachlehrern auf eine erste Tuchfühlung gehen. Währenddessen informierte Schulleiter Markus Proksch in der Mediothek über verschiedene Angebote der Schule – insbesondere über die Ganztagsklassen der MBS und das Konzept des ganztägigen Lernens nach finnischem Modell.
Hierbei bleiben die Schüler an vier von fünf Wochentagen bis nachmittags um 15.15 Uhr im Klassenverband in der Schule. Damit garantiert die MBS die Betreuung der Hausaufgaben und zusätzlichen Unterricht in den Hauptfächern Deutsch, Mathematik und Englisch. Alle Angebote des Vor- und Nachmittags werden ausschließlich von den Fachlehrern der Klasse unterrichtet. „Wenn ich morgens Englisch in der Klasse unterrichte, dann hat diese Klasse auch nachmittags bei mir Englischunterricht“, erklärte Proksch.
In der neu gestalteten Mensa bekommen die Schüler ein Mittagessen. Danach können die Schüler zur Erholung ein sportliches Angebot nutzen oder im Spiel- und Gemeinschaftsraum, in dem auch ein Kicker steht, einfach nur „chillen“. Nach der Erledigung der Hausaufgaben werden an drei Nachmittagen die Hauptfächer unterrichtet, am vierten Nachmittag nehmen die Kinder an einem spielerisch-künstlerischen Angebot teil.
Die Ganztagsklasse habe den Vorteil, dass sich die Eltern nicht um die Hausaufgaben ihrer Kinder kümmern. Rein theoretisch könnten die Kinder nach der Schule ihren Ranzen in die Ecke werfen und zum Spielen gehen.
Proksch informierte auch über das Übergangsmanagement an der Schule. In Zusammenarbeit mit der Heinrich Metzendorf Schule und der Karl Kübel Schule werden die Schüler auf weiterführende Schulen und den Berufseinstieg vorbereitet. Außerdem werden die Schüler mit der „Talent Company“ durch die Strahlemann-Initiative betreut. Das Projekt der Initiative soll Jugendlichen helfen, einen Zugang zu Firmen zu finden.
Nach der Präsentation der MBS führten Proksch und seine Stellvertreterin Petra Röhrig die Eltern in Gruppen durch das Haus. Besonders wichtig waren dem Schulleiter die neu gestalteten Räume im zweiten Stock – die Laptop-Klassen mit Smartboards.
Dort können Frösche auch schon einmal demonstrativ am Smartboard seziert werden. „Ich kann genauso gut auf ein Smartboard wie auf eine herkömmliche Tafel schreiben und überhaupt viele tolle Sachen machen“, erklärte Proksch.
In den zwar noch alt hergebrachten Kellerräumen der Schule, wo traditionell die naturwissenschaftlichen Fächer unterrichtet werden, wurde dennoch eines deutlich: Frontalunterricht – der Lehrer zeigt ein Experiment und die Schüler stehen drum herum – ist längst passé. Stattdessen ist Praxis angesagt; die Schüler experimentieren in Gruppen an verschiedenen Stationen.
Mit Schutzbrille ausgestattet und einer Zange in der Hand konnten die Viertklässler am Samstag schon einmal Reagenzgläser erhitzen, um unter Anleitung von Schülern aus der neunten und zehnten Klasse festzustellen, ob sie es mit Zucker oder Salz zu tun haben.
Besonderes Interesse zeigten viele der Viertklässler an den 20 nagelneuen Keyboards der MBS. So ist es auch zu erklären, dass es in der Keyboardklasse zeitweise zu einem regelrechten Stau kam. In der Keyboardklasse werden die Schüler künftig spielerisch im Rahmen des regulären Musikunterrichtes den Notenschlüssel erlernen.
Auch hier gibt es eine Kooperation der MBS, dieses Mal mit der Musikschule. Eventuell wird auch eine Keyboard-AG eingeführt. Zusätzlich zu den Keyboards gibt es auch einen Schülersatz an Gitarren.





