Burelbach setzt eine Marke
Martin-Buber-Schule: Bei der Eröffnung der „Talent Company“ verspricht der Bürgermeister Ausbildungsplätze für alle
Alles wirkliche Leben ist Begegnung. Mit diesem Zitat von Martin Buber brachte Projektleiter Michael Bridger die Konzeption der am Mittwoch neu eröffneten „Talent Company“ an der Martin-Buber-Schule auf den Punkt. Die Einrichtung wurde in den vergangenen neun Monaten in enger Kooperation der Schule mit der Heppenheimer „Strahlemann“-Stiftung geschaffen. Über 50 000 Euro seien für Herrichtung und Ausstattung des Fachraumes aus Mitteln des Landkreises, von Strahlemann und durch private Spenden aufgebracht worden, teilte Projektleiter Michael Bridger am Rande der Eröffnung mit.
Die Strahlemann-Stiftung will Brücken zwischen Schule und Wirtschaft bauen, um mit gezielter Förderung Jugendlichen den Übergang in Ausbildung und Beruf zu erleichtern.
Hinter dem Namen „Talent Company“ verberge sich aber viel mehr als nur ein weiterer Fachraum, betonte auch der Geschäftsführer der Stiftung, Andreas Link. Die „Talent Company“ sei ein Ort der Begegnung für alle, denen die berufliche Bildung wichtig ist. Hier sollen künftig die Schüler der Martin-Buber-Schule alle wesentlichen Informationen zur Berufsorientierung finden. In Broschüren, auf Infotafeln und im Internet können sie selbst recherchieren. Auch Gespräche mit Berufsberatern der Agentur für Arbeit, Vertretern von Unternehmen sowie Ausbildungslotsen und Paten von Strahlemann sind möglich. Berufsorientierung wird den Jugendlichen in Workshops und Bewerbungstrainings vermittelt. Unternehmen haben die Möglichkeit, sich und ihre Ausbildungsinhalte vorzustellen.
Zur Eröffnung der „Talent Company“ waren Lehrer, Schüler, Eltern und über 50 Vertreter der heimischen Wirtschaft gekommen. Heppenheims Bürgermeister Rainer Burelbach (CDU), Schirmherr der neuen Einrichtung, erklärte, die heutigen Schüler seien nicht schlechter als frühere Generationen. Es sei sogar die am besten ausgebildete Jugend, hielt er einem Missverständnis vieler Betriebe entgegen. Vielfach werde aber erwartet, dass man schon zu Beginn der Ausbildung alles kann. Die Zeit des Mangels an Ausbildungsplätzen sei vorbei. Beim einsetzenden Fachkräftemangel komme es darauf an, allen Jugendlichen eine Ausbildung zu ermöglichen – im Interesse der jungen Menschen, aber auch der Betriebe selbst. Das Zusammenführen von Jugendlichen und Unternehmen sei eine ökonomisch wie gesellschaftspolitisch wichtige Aufgabe der „Talent Company“.
Burelbach kündigte an, bis 2015 wolle Heppenheim in Kooperation mit Unternehmen, den Schulen und Strahlemann dafür sorgen, dass jedem Jugendlichen ein Ausbildungsplatz oder eine weiterführende schulische Qualifizierung zur Verfügung steht. Franz-Josef Fischer, Präsident von Strahlemann, lobte den Bürgermeister für „den Mut, sich künftig an dieser Aussage messen zu lassen“.
Bei den vielen Lobreden zur Eröffnung wurden vor allem zwei Namen immer wieder genannt: neben Strahlemann-Projektleiter Michael Bridger sein Pendant an der Schule, der zweite Konrektor Alexander Böhm. Dieser selbst nannte das neue Angebot „keine Selbstverständlichkeit“. Mit einem „Jahresplan Berufsorientierung“, der freiwillige und verpflichtende Bausteine sowie Wahlpflichtfächer umfasst, wolle die Schule das Projekt nun umsetzen. Böhm forderte die Heppenheimer Unternehmen auf, das Angebot zu nutzen: „Kommen Sie in die Schule, stellen Sie Ihren Betrieb vor, und finden Sie hier geeignete Auszubildende.“
Aktuell haben acht Betriebe aus der Region eine feste Kooperation im Rahmen des Projekts geschlossen. Sie unterstützen die „Talent Company“ mit Spenden sowie Informationstafeln zu Ausbildungsberufen. Dazu gehören: Sparkasse Starkenburg, Volksbank Darmstadt-Kreis Bergstraße, KLN Ultraschall, Workflowplus Bensheim, Jäger Direkt Reichelsheim, Langnese, Auxilion AG, Spedition Schüssler. Die Finanzierung der „Talent Company“ wurde vor allem durch eine Spende von Langnese und Jäger Direkt ermöglicht.
Eine von den Auszubildenden Anna Bauer (Langnese) und Michaela Roth (Jäger) organisierte „Eis-Aktion“ brachte allein 10 000 Euro. Bei der Raumplanung und Ausstattung hatte die Heppenheimer Firma Ladenbau Bertz das Projekt unterstützt.




