Potenzielle Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf „Tuchfühlung“: Bei der Ausbildungs-Messe in der Martin-Buber-Schule in Heppenheim, hatten Schüler ab der achten Klasse am Mittwochnachmittag Gelegenheit, sich an 16 Ständen über Ausbildungsmöglichkeiten in der Region zu informieren. „Wir sind sehr zufrieden und wünschen uns ab sofort jährlich solch ein Angebot“, sagt Konrektor Alexander Böhm. Ihm liegt die Kooperation zwischen Schule und Wirtschaft am Herzen. Dafür spricht auch, dass Ende November in Zusammenarbeit mit der Strahlemann-Initiative eine „Talent-Company“ an der Schule eingeweiht wird.
Die Ausbildungs-Messe war ein Schritt in diese Richtung. Schüler der achten und neunten Hauptschulklassen und der neunten und zehnten Realschulklassen sollten sich über Zukunftschancen informieren. Insgesamt kamen acht Klassen der Buber-Schule. Eingeladen waren auch Schüler anderer Schulen, doch war die Resonanz eher gering.
Sparkasse Starkenburg, Volksband, Barmer, Debeka, Aldi, Kaufland, die Industrie- und Handelskammer Darmstadt Rhein-Main-Neckar und die Wirtschaftsförderung des Kreises Bergstraße zählten zu den Ausstellern. Oft waren Personalverantwortliche und Auszubildende vertreten. So war es bei der Sparkasse Starkenburg, an deren Stand Florian Koch, Auszubildender im zweiten Ausbildungsjahr, Lena Seitz, die im Sommer ihre Ausbildung abgeschlossen hat, und Regina Huber aus der Personalabteilung die Fragen der Schüler beantworteten.
„Die meisten Fragen sind grundsätzliche Dinge, was man in einer Bank so macht“, sagt Lena Seitz. Fragen zur Kleidung in der Bank waren am Mittwoch eher selten vertreten. „Mich hat nur eine danach gefragt“, sagt Regina Huber. „Es ist so, dass Männer schon immer im Anzug erscheinen sollen und Frauen zum Beispiel mit einem knielangen Rock“, sagt Lena Seitz. „Aber es gibt keinen Dress Code im eigentlichen Sinn“, beschwichtigt Florian Koch.
Für viele Schüler erscheint die Arbeit in einer Bank attraktiv. „Nein, schneller reich werden kann man dort auch nicht, wir müssen genauso arbeiten wie jeder andere auch“, erklärt Lena Seitz. Aber die Kombination aus Verwaltung und der Kontakt zu Menschen macht das Berufsbild für viele interessant.
„Ich könnte mir etwas im kaufmännischen Bereich vorstellen, zum Beispiel bei der Sparkasse“, sagt Helena Zwaer aus der Klasse 9cR der Martin-Buber-Schule. Gemeinsam mit ihren Mitschülerinnen Derya Karaman und Dieuvinne Muhau war Helena auf der Messe unterwegs. „Wir waren bei der Barmer, bei der Sparkasse und bei der Industrie- und Handelskammer“, erklärte Derya Karaman, die Chemielaborantin werden möchte.
Viele der vertretenen Berufe auf der Ausbildungsmesse entstammen dem Dienstleistungsbereich. Bei Aldi Süd, wo Regionalverkaufsleiterin Sarah Hollmann und Auszubildende Stefanie Klein auf Interessenten warteten, stand der Alltag im Lebensmittel-Einzelhandel im Vordergrund. „Oft kommen inhaltliche Fragen, was man bei Aldi lernt, zum Teil aber auch sehr kritische Fragen“, sagt Hollmann. Gemeinsam hätten sie versucht, das Bild, die Arbeit sei eintönig oder bestehe nur aus Kassieren, zu revidieren versucht. „Nicht alle Arbeit, die bei uns gemacht wird, ist für die Kunden sichtbar“, so Hollmann.
Für die Schüler, die von der Gelegenheit Gebrauch gemacht hatten, konnte der Mittwochnachmittag vieles sein. Eine erste Information zum Überblick, ein Schnuppern in bestimmte Berufe oder die erste konkrete Kontaktaufnahme mit einem Arbeitgeber.
Alexander Böhm wünscht sich, diese Zusammenarbeit in geeigneten Formen fortzusetzen. „In der ,Talent-Company’ zum Beispiel wünsche ich mir, dass Unternehmen ein Assessment Center anbieten. Als Übung und vielleicht auch um danach zu sagen, dein Ergebnis war gut, das lassen wir schon mal gelten.“